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Erwarteter Wettkampf-Krimi beschert Bühl die Vizemeisterschaft.

19.11.2018

Erwarteter Wettkampf-Krimi beschert Bühl die Vizemeisterschaft.

Drama, Turnkrimi, Happy End. Es ist kaum zu beschreiben was sich am letzten Wettkampf der Bühler Turner im Allgäu abgespielt hat. Schon die nüchternen Zahlen sprechen Bände, denn bei der TG Wangen-Eisenharz gewinnen die Bühler Turner in einem wahren Herzschlagfinale mit 41:42 Scorepunkten und feiern mit der Vizemeisterschaft in der dritten Bundesliga Süd den größten Erfolg seit 2007.

Dabei gehört es zur Dramatik, dass man drei Übungen vor dem Ende der regulären Saison noch zwei Scorepunkte zurück lag und zu diesem Zeitpunkt in der Tabelle statt auf Platz zwei lediglich auf Platz vier rangierte. "Vizemeister, unglaublich", so die ersten Worte des Teammangers Jan Lugauer: "Das war heute Kampf pur, eine unglaubliche Willensleistung. Ich bin sehr stolz auf das Team." In der Tat merkte man der TVB-Riege die Strapazen der Saison an, aber es wurde auch deutlich mit welch unverwüstlicher Moral die Riege aus der Zwetschgenstadt in diesem Jahr in der Liga bis zur letzten Kür unterwegs war. Mit Blick auf den Kader und die dünne Personaldecke darf man ohne Zweifel von der größten Überraschung der DTL Saison 2018 sprechen. Dabei ist allen im Bühler Turnlager klar, dass in dieser Vizemeisterschaft auch eine gewisse Portion Glück steckt, aber man nimmt dies als ausgleichende Gerechtigkeit zur Pechsträhne des Vorjahres gerne an.

In einem so engen Wettkampf ist es natürlich eine Binsenweisheit, dass der Erfolg eine absolute Teamleistung ist, da der kleinste Fehler in einer der 24 Kürübungen den Sieg hätte kosten können. Herausragend war jedoch der Brite Tommy Nicolaou, der bei einem recht strengen Kampfgericht seine absolute Saisonbestleistung (77,45) gezeigt hatte und vor allem über die Ausführung punkten konnte. "Nie mit dem größten Spektakel, aber extrem zuverlässig. So viel Konstanz habe ich noch nie gesehen", zollte Jan Lugauer dem Topscorer der Liga seinen Respekt.

Schon der Beginn mit einem knappen 6:7 Erfolg am Boden war wegweisend für den weiteren Verlauf. Zwei Teams mit sehr ansprechender, wenn auch nicht ganz perfekter, Leistung und dem besseren Ende für die badischen Gäste. Nick Hofmann (3) ist inzwischen zu einer festen Größe geworden und konnte gleich als Startturner punkten. Am Pauschenpferd kam die TVB-Riege ohne Absteiger durch das Programm und profitierte gleichzeitig davon, dass dies den Gastgebern nicht gelang. Pascal Weiß konnte fünf Scorepunkte für sein Team verbuchen, so dass man unerwarteter Weise am Pferd den Vorsprung auf vier Punkte ausbauen konnte.

Mit dem 7:7 Unentschieden an den Ringen konnte man aus Bühler Sicht ebenfalls gut leben, denn den an der Schulter verletzten Jan Fäßler kann die Mannschaft definitiv nur teilweise ersetzen. Felix Pfaffenhausen holte zwei wichtige Scorepunkte und setzte sich damit gegen die schwierigere Kür seines Kontrahenten durch. Dieses Bild war auch insgesamt sehr prägend, denn die Turner der TG Wangen-Eisenharz hatten über alle Geräte hinweg das deutlich schwierigere Programm zu bieten, was sich bei dem eher strengen Kampfgericht am Ende nicht ausgezahlt hatte.

Nach der Pause verkürzten die Gastgeber am Sprung um einen Scorepunkt und profitierten dabei von einem Sturz der Bühler Mannschaft. Nach vier hart umkämpften Geräten waren die Gastgeber am Barren das eindeutig bessere Team und übernahmen mit dem 9:4 Gerätesieg die Führung vor dem letzten Gerät. Hier hatte sich das schwierigere Programm ausgezahlt, während die Bühler Mannschaft auch zwei kleinere Fehler hinnehmen musste. Somit war der TV Bühl nach 99% der Saison in der Blitztabelle vom zweiten auf den vierten Platz zurückgefallen. Aber es ist stellvertretend für die Saison 2018 wie die TVB-Truppe den Sieg und damit die Vizemeisterschaft mit Glück und Geschick doch noch eroberte. Martin Lukomski legte souverän und elegant vor und sicherte ein Unentschieden. Daraufhin entschloss sich Jan Lugauer zu einer eher ungewöhnlichen taktischen Variante und legte mit Tommy Nicolaou vor. Dank einer Topleistung von 13,25 Punkte holte er fünf seiner insgesamt 27 Scorepunte und brachte so sein Team wieder in Front. "Danach hat der Jan (Fäßler), der aktuell kaum ein Körperteil hat, das nicht schmerzt, am Ende seiner Kür den Tsukahara förmlich in den Stand betoniert und damit die entscheidenden zwei Scorepunkte geholt", gab nach dem Wettkampf ein völlig aufgelöster Jan Lugauer zu Protokoll. Mit der letzten Kür brachte Felix Pfaffenhausen die Führung schließlich ins Ziel, so dass man im Bühler Turnen plötzlich auch im Aufstiegsfinale steht. "Nachdem wir mit dem guten Saisonstart früh den Klassenerhalt sicher hatten, haben wir unsere Weihnachtsfeier auf das Wochenende mit dem Aufstiegsfinale gelegt. Es war ja klar, dass wir nicht zur Relegation müssen. Jetzt fangen wir an, uns ganz langsam an den Gedanken zu gewöhnen, dass wir zur Relegation Richtung zweite Bundesliga fahren", beschreibt Abteilungsleiter Ralf Fäßler seine Gedanken nach diesem Überraschungscoup. (ott)

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